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Dom der heiligen Barbara

[Rubrika: Denkmäler]

Unikates Werk der Spitzen- und spätgotischen Architektur, dessen Bau vor dem Ende des 14. Jahrhunderts begonnen worden ist. Im Interieur blieb die einzigartige Galerie der spätgotischen und Rennessancemalereien aus dem 15. Jahrhundert erhalten.

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Geöffnet: XI. - III. 10.00-16.00, IV. - X. 9.00 - 18.00, otevřeno denně, 24.12. zavřeno


Dem Bau dieser Kirche ging ein Jahrhunderte währender Kampf zwischen den ehrgeizigen Grubenunternehmern und dem Zisterzienserkloster in Sedlec voraus, wobei es um geistliche Selbstverwaltung ging. Das Ergebnis dieses langen Zwistes war die Gründung einer imposanten Kirche, die der Schutzheiligen der Bergleute, der heiligen Barbara geweiht wurde. Die Kirche befand sich außerhalb der Stadtmauern, auf einem Grundstück des Prager Domkapitels d. h. außerhalb des Machtbereichs des Sedlecer Klosters. Die Kirche, die fast zur Gänze unter der Schirmherrschaft der Bergleute im Jahr 1388 gegründet wurde, sollte ein beeindruckendes Gebäude werden und wie verschiedene Geschichtsquellen behaupten, zweimal so lang wie heute. Die Bauarbeiten verliefen etappenweise, je nachdem wie ergiebig die Erträge der Gruben waren. Verschiedene, z. T. tragische Ereignisse unterbrachen die Arbeiten, sodaß von Baubeginn bis zur endgültigen Beendung (1905) mehr als 500 Jahre verstrichen.
Kuttenberg war stets bestrebt, es Prag gleichzutun und es ist kein Zufall, daß Prager Baumeister am Kirchenbau beteiligt waren. Der erste Architekt war Johann Parler, der Sohn Peter Parlers, des Erbauers des Prager Veitsdomes. Die Ähnlichkeit zwischen der Architektur des Barbaradomes und dem Veitsdom ist also nicht zufällig. Der älteste Teil mit dem Kapellenkranz um den Chorumgang ist der Raumverteilung französischer Kathedralen nachempfunden. Ursprünglich waren drei Längsschiffe geplant, dann wurde die Kirche um äußere Kirchenschiffe verbreitert. Der Ausbruch der Hussitenkriege unterbrach für mehr als 60 Jahre die Bauarbeiten, aber schon vorher gab es große finanzielle Probleme und es war vorauszusehen daß es unmöglich sein würde, die ursprünglichen ehrgeizigen Pläne zu verwirklichen. Im J. 1482 wurden die Bauarbeiten wieder aufgenommen, diesmal unter der Leitung einheimischer Baumeister, die sich mehr oder weniger an die Baupläne ihrer Vorgänger hielten.
Einen wahren Umbruch bedeutete das Wirken Prager Meister, erst des Baumeisters Mathias Rejsek und seines Nachfolgers, des königlichen Architekten Benedikt Rejt.
Mathias Rejsek war anfänglich Zeichenlehrer an der Prager Theinschule, später Mitglied der Steinmetzzunft und war bekannt als hervorragender Baumeister und Dekorateur. Sein Name wird auch mit dem Bau des Prager Pulverturms in Verbindung gebracht und seine künstlerische Begabung machte er ebenfalls in Kuttenberg geltend. Er schuf das Chorgewölbe, beendete das Triforium und stattete den Dom mit zahlreichen Steinmetzarbeiten aus.
Die Ankunft seines Nachfolgers Benedikt Rejt, alias Ried, brachte durchgreifende Veränderungen mit sich. Rejt änderte mutig das Konzept der fünf Kirchenschiffe und beschränkte sich auf drei Längsschiffe, die er mit einem monumentalen Gewölbe mit geschwungenen Rippen abschloß, ähnlich dem Gewölbe, das er zuvor im Wladislawsaal auf der Prager Burg verwirklicht hatte. Rejts Entwürfe dienten auch nach seinem Ableben als Vorlage für den Weiterbau. Bis heute hält sich die nicht unberechtigte Ansicht, daß ein keineswegs verwirklichtes Projekt für den Prager Veitsdom als Grundlage diente.
Als die Silbererträge immer geringer wurden, versiegten langsam die finanziellen Quellen und im Jahr 1588 wurde die Kirche durch eine provisorische Mauer abgeschlossen. Dies geschah zu einer Zeit als sich die reichste Fundstelle, die Grube von Osel, mit Wasser füllte.
Im Jahr 1626 ging der Dom in die Hände des Jesuitenordens über und wurde stark barockisiert. Mehr als weitere 300 Jahre blieb der Dom unvollendet. Im Jahr 1884 nahm sich die Stadt auf Betreiben des Kuttenberger archäologischen Vereins Vocel des Weiterbaues an, der endgültig im Jahr 1905 beendet wurde. Die Architektur des Domes ist bis zum heutigen Tag ein hervorragendes Lehrbuch gotischer Baukunst in Böhmen. Zum Mobiliar der Kirche im Sanktuarium gehören neben Kunstwerken aus der Zeit um 1510 aus der Werkstatt Mathias Rejseks, die sich im Chor befinden, auch spätgotische Chorbänke mit Schnitzereien Meister Jakobs von Nymburk (1480-1496).
Höchst bemerkenswert und im Mittelalter ganz vereinzelt dastehend sind Wandmalereien mit Bergwerksthematik in manchen Kapellen. Die wertvollsten Fresken befinden sich in der Grabkapelle des hiesigen Grubenunternehmers Michal Smíąek z Vrchoviąt' mit Darstellungen der Ankunft der Königin von Saba, des Trajansgerichts, der kumäischen Sibylle u.s.w. Die hiesigen Wandmalereien gehören zu den besten der Spätgotik. Eine Ähnlichkeit mit dem Kreis niederländischer Maler, zu dem beispielsweise Dirk Bouts oder Roger v.d. Weyden gehörten, ist nicht zu übersehen. Es ist anzunehmen, daß der Maler in den Niederlanden gelernt hatte. In der Kapelle der Haspler schöpfte der Künstler Motive aus einer ihm vemauten Umgebung, wie z. B. die Arbeit an der Winde oder der Haspel und den Ankauf von Erz.
In der Kapelle der Präger illustriert die Wandmalerei die mittelalterliche Art, Münzen zu prägen, auch ist hier der Versuch gemacht worden, einen konkreten Präger abzubilden, dessen Namen blieb. Am Abhang unterhalb der Kirche sind Überreste einer gotischen Kapelle, die dem Leib des Herrn geweiht war (ungefähr aus der 2. Hälfte des 14. Jh.). Von den ehemaligen Schanzen nahe der Kirche bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Tal der Vrchlice und in Richtung des Sedlecer Klosters auf die Stadt.

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